Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Richard Guhr aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
Abstrakte und moderne Kunst und Malerei
Erfahren Sie mehr über Kunst und Malerei
Richard Guhr
Albert Eduard Richard Guhr (* 30. September 1873 in Schwerin; † 27. September 1956 in Höckendorf) war ein deutscher Maler und BildhauerSein Vater Johann Friedrich Oswald Guhr (* 18. Dezember 1840 in Dresden; † unbekannt) war großherzoglicher Hofkapellist-Hofmusicus (Fagott) in Schwerin, seine Mutter war Juliane Helene Auguste Gallus (* 23. August 1847 in Dresden; † 9. August 1867 in Dresden).Guhr wurde bekannt als Bildhauer dekorativer Bauplastik an Fassaden und Innenräumen mit Großaufträgen für figürliche Bronzegüsse zwischen 1900 und 1920 für Repräsentationsprojekte, u. a. am Rathaus in Dresden („Goldener Rathausmann“), am Rathaus in Bremen, an der Stadtparkbrücke U-Bahnhof Berlin und für das Hotel Adlon in Berlin.Als Maler blieb Richard Guhr weitgehend unbekannt, obwohl er sich etwa ab 1920 verstärkt der Malerei zuwandte.Guhr gilt als „Denk-Maler“, der neudeutschen Malerei der Nazarener sowie Moritz von Schwind und Arnold Böcklin verpflichtet. Mit seinen Werken will er zum Ausdruck bringen, dass sich deutsche Malerei und das Deutschtum als kulturelle und staatliche Einheit nur aus der altdeutschen Malerei regenerieren und als Volkserziehungsmittel wirken können, wobei die künstlerische Phantasie als autonomes mythenschaffendes Prinzip bewertet werden soll.Die Werke von Richard Guhr sind beispielhaft für das Weiterwirken der malerischen und literarischen Romantik, so der „Triumph der Religion in den Künsten“ (Städelsche Institut in Frankfurt) oder sein „Deutscher Parnaß“ für das Bochumer Rathaus. In seinem malerischen Werk, insbesondere in seinem Spätwerk, das zwischen 1946 und 1949 entstand (seit 1980 im Regionalmuseum Fritzlar) einschließlich des zwischen 1945 und 1956 wiedergemalten Torsos „Wagner-Ehrung“, gestaltet er Richard Wagner als eine Kultfigur durch seine Insbildsetzung Wagnerschen Gedankenguts.In seinen symbolischen Bildern mit der Vorliebe für Utopien und vermeintliche Werte der Vergangenheit sowie der griechisch-germanischen Mythenwelt sieht sich Guhr im Bereich der Malerei als Erfüller des Wagnerschen Auftrags der „arischen Regeneration“. Deshalb begannen Anfang der 1920er Jahre völkische Gruppierungen in Dresden in Guhr einen Propheten nationaler Erneuerung zu sehen. Nationalsozialistisch Orientierte nahmen Guhrs Bilder, ohne dessen Einwände, weltanschaulich und politisch für sich in Anspruch.Prominentester Schüler Richard Guhrs während seiner 32jährigen Tätigkeit als Professor an der Dresdener Kunstgewerbeschule war von 1910 bis 1914 Otto Dix, der an dem von Guhr geleiteten Unterricht im Figurenmalen und Figurenzeichnen teilnahm. In der Klasse für Dekorative Malerei von Richard Guhr wurde v. a. dekoratives Entwerfen und Modellieren sowie figurales Zeichnen nach Abgüssen und Modellen gelehrt. So entstanden 1909/1910 Landschaften im damals üblichen spätimpressionistischen Stil (z. B. Blick auf Radebeul, um 1910, Blick auf Dresden-Neustadt, 1910). Ab 1911 beschäftigte sich Dix mit F. Nietzsche, besonders intensiv mit Die fröhliche Wissenschaft, Zarathustra und Menschliches, Allzumenschliches. Der Einfluss dieser Philosophie war bis in die 30er Jahre spürbar. In den Jahren 1911/1912 machte Dix auch erste plastische Versuche unter Richard Guhr.