Das Motiv der liegenden unbekleideten Frau hat in der Kunstgeschichte eine lange Tradition. Direkte Vorbilder für Manets Olympia sind Giorgiones Schlummernde Venus von 1510 und Tizians Venus von Urbino aus dem Jahr 1538. Beide Bilder zeigen eine nackte Frau in nahezu identischer Körperhaltung, wobei Tizians Bild, das Manet auf einer Studienreise kopiert hatte, noch weitere Gemeinsamkeiten mit Manets Bild aufweist: Die Venus von Urbino und Olympia sind beide im Inneren eines Hauses platziert und auch bei Tizian ist der Hintergrund durch eine auffällige Senkrechte, welche den Blick zum Schoß der Liegenden führt, in zwei Abschnitte getrennt. Beide dargestellten Frauen stützen sich in gleicher Weise auf ihren rechten Arm, beide tragen sie rechts einen Armreif, beide lassen die linke Hand in ihrem Schoß ruhen, und beide wenden ihr Gesicht dem Betrachter zu. Auch ein Haustier befindet sich in beiden Darstellungen auf dem Fußende des Bettes; bei Tizian ist es ein schlafender kleiner Hund. Außerdem wiederholt sich, dass sich hinter der liegenden Frau bekleidete Personen befinden, ihre Blöße im Vordergrund dadurch betonend. Der direkte und offene Blick der nackten Frau ist ebenfalls bereits bei Goyas Die nackte Maja zu beobachten, und der Kontrast zwischen einer hellhäutigen und einer dunkelhäutigen Frau findet sich auch in dem Gemälde Esther oder Odaliske von Léon Benouville aus dem Jahr 1844. Hier ist die weiße Frau jedoch bekleidet. Zudem fanden seit etwa 1850 die ersten Aktfotografien in Paris ihre Verbreitung, auf denen ebenfalls auch liegende, unbekleidete Frauen abgebildet waren.
Nicht nur in der Malerei und der Fotografie fand Manet Anregungen, sondern es gelten auch Passagen aus der Gedichtsammlung Les Fleurs du Mal von Charles Baudelaire als literarisches Vorbild für seine Olympia. Darin schreibt Baudelaire: „Die Liebste war nackt, und da sie mein Herz kannte, trug sie nur ihr klingendes Geschmeide“ und an anderer Stelle „Gern hätte ich mein Leben zugebracht ... wie zu Füßen einer Königin wollüstig eine Katze“.
Édouard Manets Bild ist unten links signiert und datiert: éd Manet 1863. Es ist somit im selben Jahr entstanden wie sein Gemälde Das Frühstück im Grünen, das im Salon des Refusés des Jahres 1863 einen Skandal auslöste. Im Pariser Salon desselben Jahres feierte hingegen Alexandre Cabanel mit seiner Geburt der Venus einen großen Erfolg. Der um eigene Anerkennung kämpfende Manet könnte durch Cabanels Bild die Anregung zu einem Aktgemälde bekommen haben. Bereits während eines Italienaufenthaltes in den 1850er Jahren hatte er die Venus von Urbino kopiert und war also seit vielen Jahren mit diesem Bildmotiv vertraut. Zur eigentlichen Entstehung des Bildes ist wenig bekannt. Es existieren zwei Rötelzeichnungen des Aktes, die als Studien gelten. Ein 1863 gemaltes Aquarell mit dem Motiv der Olympia ist, wie François Cachin annimmt, erst nach dem Gemälde entstanden und könnte ein Zwischenschritt zu zwei 1867 gefertigten Radierungen mit dem Olympiamotiv sein. Cachin merkt zur Entstehung des Bildes an: „... das Vorhaben wurde reichlich überlegt und indirekt durch vielfachen Gedankenaustausch mit seinen [Manets] Schriftstellerfreunden, ob nun mit Baudelaire oder mit Astruc, gestützt. Der Bildgedanke ist sowohl von Museumskunst als auch von Lebenserfahrung, literarischen Einflüssen und ... Humor gespeist“ und weiter: „Es ist nicht auszuschließen, dass sich Manet ... mit den Meistern der Vergangenheit messen und zugleich eine Parodie liefern wollte...“. Hans L. C. Jaffé hingegen ist der Meinung, dass Manet mit seinen Werken versuchte, die Mythologie „in die Sprache seiner Zeit“ zu übersetzen und „sich bewusst auf das Gebiet der tatsächlichen Wirklichkeit“ zu beschränken.