Abstrakte und moderne Kunst und Malerei

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Malerei

Die angebliche Heilwirkung wurde auf bei der Mumifizierung verwendeten Teer zurückgeführt. Diesen Teer bezeichnete man als mumiya und man sagte ihm magische und heilende Kräfte nach. Man versuchte das seltene Mumiya aus Mumien zu gewinnen. Es sollte gegen so gut wie jede Krankheit helfen und wurde auch als ein Aphrodisiakum gepriesen. Man schluckte es, rieb es auf die Haut oder tat es direkt auf die Wunde.

Über die Verwendung von angeblichen oder echten ägyptischen Mumien als Heilmittel war in der Oeconomischen Encyclopädie von Johann Georg Krünitz im 18. Jahrhundert zu lesen: „Man rühmt sie sehr, das geronnene Geblüt und die Geschwulst zu zertheilen, und sie soll nicht bloß vermöge ihrer bituminösen und balsamischen Theile, sondern auch vermöge des flüchtigen Salzes wirken. […] Die Tinctur, welche daraus gemacht wird, besitzt die balsamischen Eigenschaften der Mumie; man gibt sie von 12 bis 24 Tropfen. Beym Einkaufe müssen die Droguisten und Apotheker darauf sehen, daß sie große Stücke, die Fleisch haben, und keine bloße Knochen sind, bekommen, und die, wenn man etwas davon auf Kohlen wirft, zwar stark, aber nicht nach Pech riechen. Je schöner und balsamischer der Geruch ist, desto höher schätzt man die Waare.“

In Russland wurde die Anwendung von Mumia durch den Schriftsteller Leo Tolstoi als „wachstumsförderndes Remedium“ propagiert. Bis in die Gegenwart ist diese Sonderform des Kannibalismus noch nicht vollständig verschwunden.

Mumie, auch Mumienbraun ist ein „bestechend schönes“ tiefbraunes Pigment. Als Künstlerfarbe findet sich durchgehend ab der Mitte des 16. Jahrhunderts. Es wurde insbesondere in der Ölmalerei geschätzt, wo es in besonderem Umfang in der seinerzeit verbreiteten „altmeisterlichen“ Technik der Braununtermalung verbraucht wurde, in der es von lasierend bis deckend verwendbar war. Daneben war es auch für Schattierung beliebt.

Gegen Ende des 19. Jh. kommt auch Extraktion mit Ammoniak, organischen Lösungsmitteln oder ätherischen Ölen in Gebrauch, um eine Substanz zu gewinnen, die in der Literatur unter der Bezeichnung Mumiin geführt wird.

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