Abstrakte und moderne Kunst und Malerei

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Vorgeschichte

„Entartete Kunst“ war während der nationalsozialistischen Diktatur in Deutschland der offiziell propagierte Begriff für aufgrund rassentheoretischer Begründungen diffamierte Moderne Kunst. Der Begriff Entartung wurde Ende des 19. Jahrhunderts von der Medizin auf die Kunst übertragen. Die Nationalsozialisten entwickelten ein gesondertes Kunstideal und verfolgten dem entgegenstehende Kunst, die auch als „Verfallskunst“ und „artfremd“ bezeichnet wurde, weil sie von Pessimismus und Pazifismus geprägt sei. Künstler, deren Werke nicht den nationalsozialistischen Idealen entsprachen, die Kommunisten oder Juden waren, wurden verfolgt. Die Nationalsozialisten belegten sie mit Berufs- und Malverboten, ließen ihre Kunstwerke aus Museen und öffentlichen Sammlungen entfernen, konfiszierten „Entartete Kunst“, zwangen Künstler zur Emigration oder ermordeten diese.

Als „Entartete Kunst“ galten im NS-Regime alle Kunstwerke und kulturellen Strömungen, die mit dem Kunstverständnis und dem Schönheitsideal der Nationalsozialisten nicht in Einklang zu bringen waren: Expressionismus, Dadaismus, Neue Sachlichkeit, Surrealismus, Kubismus oder Fauvismus. Als „entartet“ galten unter anderem die Werke von Ernst Barlach, Willi Baumeister, Max Beckmann, Otto Dix, Max Ernst, Otto Freundlich, Wilhelm Geyer, Otto Griebel, George Grosz, Karl Hofer, Ernst Ludwig Kirchner, Paul Klee, Oskar Kokoschka, Käthe Kollwitz, Elfriede Lohse-Wächtler, Gerhard Marcks, Paula Modersohn-Becker, Otto Pankok, Max Pechstein, Karl Schmidt-Rottluff.

Das Wort „Entartung“ stammt ursprünglich aus dem Mittelhochdeutschen, wo es der Bedeutung „aus der Art schlagen“ hatte. Im 19. Jahrhundert wurde der Begriff erstmals im abwertenden Zusammenhang benutzt, als der Romantiker Friedrich Schlegel in Bezug auf die Dichtung der Spätantike von „entarteter Kunst“ schrieb. Rassisch abwertend wurde der Begriff zuerst von Joseph Arthur Comte de Gobineau, einem französischen Diplomaten, Autoren und Archäologen, in seinem 1853 bis 1855 veröffentlichten Werk Essai sur l’inegalité des races humaines verwendet. Dieses wurde von Ludwig Schemann, einem Mitglied des Alldeutschen Verbandes, ins Deutsche übersetzt und erschien zwischen 1898 und 1901.

Richard Wagner veröffentlichte 1850 den Artikel „Das Judentum in der Musik“, in dem er den Einfluss des Judentums in der Musik anprangerte und die Emanzipation von den Juden forderte. Wagner veröffentlichte weitere theoretische Schriften, in denen er sich auch mit anderen Kunstgattungen befasste und die zum Teil kontrovers aufgenommen wurden. 1892/93 veröffentliche der jüdische Kulturkritiker Max Nordau sein Werk „Entartung“, in dem er versuchte nachzuweisen, dass die Entartung der Kunst auf die Entartung der Künstler zurückgeführt werden kann. Seine Thesen wurden später von den Nationalsozialisten aufgegriffen, von Hitler zum Teil sogar fast wortwörtlich übernommen.

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