Abstrakte und moderne Kunst und Malerei

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Anmerkungen

Im zweiten nachchristlichen Jahrhundert hatte das Partherreich mit zahlreichen inneren und äußeren Feinden zu kämpfen. Die Römer zogen mehrmals durch Mesopotamien und die Pest (siehe Antoninische Pest) scheint im Partherreich gewütet zu haben. Diese Krisenfaktoren hatten offensichtlich auch einen negativen Einfluss auf die Kunstproduktion. Während viele der besseren parthischen Kunstwerke, trotz oder gerade wegen ihrer Naturferne, Erhabenheit und eine gewisse Transzendenz ausstrahlen, so sind ab dem späten zweiten nachchristlichen Jahrhundert gewisse Verfallserscheinungen unübersehbar. Die Münzlegenden sind kaum noch lesbar, und aus Susa stammt ein Relief, dessen Darstellung eigentlich nur als verzeichnet bezeichnet werden kann.

Um 226 wurde die Partherherrschaft durch die Sassaniden beseitigt. In Persien und großen Teil von Mesopotamien verschwand damit die parthische Kunst, auch wenn bestimmte Kunsttraditionen, wie die Stuckreliefs und die Reiterszenen unter den Sassaniden fortlebten. In Syrien lebte die parthische Kunst jedoch auch nach dem Untergang der Parther weiter, wobei bedacht werden muss, dass Städte wie Palmyra und Dura Europos gar nicht zum parthischen Machtbereich gehörten und dadurch mit dem Ankommen der Sassaniden zunächst für diese Orte auch keine neue Epoche begann. Erst mit dem Fall dieser Städte (Hatra, kurz nach 240; Dura Europos, um 256; Palmyra 272) verschwindet die parthische Kunst aus unserem Blickfeld. In der syrischen und armenischen Buchmalerei vom 6. bis 10. Jahrhundert sind jedoch viele parthische Elemente wiederzufinden, die ein Weiterleben dieser Kunst bezeugen.

Vor allem die strenge Frontalität der parthischen Kunst findet man auch in der Kunst von Byzanz und im europäischen Mittelalter, so dass man sicherlich mit Recht sagen kann, dass die parthische Kunst vor allem die christliche Kunst für die folgenden 1000 Jahre beeinflusste. In der Architektur wurde vieles, wie der Ivan, entwickelt, was in der islamischen Welt bestand haben sollte. Daneben strahlte die parthische Kunst auch stark nach Osten aus und hatte wohl einen bedeutenden Anteil an der buddhistischen Kunst und gelangte damit indirekt sogar bis nach China.

  1. Aphrodite aus Nisa, fig. 6[1]
  2. Rhyton (fig.4)
  3. Colledge: The Parthians, S. 148
  4. E. Herzfeld: Iran in the Ancient East, Oxford 1941, figs. 380, 383.
  5. Schlumberger, Orient, S. 124, fig. 43
  6. Wand in der Synagoge
  7. Colledge: The Parthians, Tafel. 69
  8. siehe Beispiel: [2]
  9. Figur des Poseidon aus Hatra
  10. Statue aus Hatra
  11. Bild des Kopfes
  12. Felsreliefs in Behistun
  13. Colledge: The Parthians, S. 126, Fig. 32
  14. diverse Terrakottafiguren in verschiedenen Stilen (unten)
  15. Wilhelmina Van Ingen: Figurines from Seleucia on the Tigris: discovered by the expeditions conducted by the University of Michigan with the cooperation of the Toledo Museum of Art and the Cleveland Museum of Art, 1927-1932, Ann Arbor, Mich.: University of Michigan Press, 1939
  16. Stele aus Susa, datiert 215 (Bild ist seitenverkehrt
  17. Schlumberger: Orient, S. 215

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